Freie Trauung in Lemgo bei Bielefeld

Als ich mein Brautpaar vor einigen Monaten kennenlernte, war ich direkt Feuer und Flamme. Zwei super sympathische Menschen. Ich fühlte mich den beiden direkt zugehörig. Manchmal hat man das ja bei Menschen, da passt es einfach. Das Erstgespräch war auch direkt das Zweitgespräch, da die beiden ja einen etwas längeren Anreiseweg hatten.
Wir trafen uns in einem netten Café im Herzen Kölns. Die Zwei sagten mir, dass sie nichts von sich erzählen wollen würden. Ich erklärte den beiden jedoch, dass ich so keine Chance haben würde, etwas persönliches über sie zu schreiben. Die Zwei sind für mich wie zwei leere Seiten Papier, die ich jetzt mit Geschichten füllen muss. So fassten sie dann doch vertrauen und erzählten mir einiges aus ihrem Leben.

Nach unserem Gespräch setzte ich mich also ran. Ich fing an zu schreiben und zu schreiben. Das Grundgerüst war schnell fertig, die Details kamen später. Jetzt suchte ich nach kleinen Zitaten, die ich in die einbringen könnte. So nahm ich Informationen aus dem Erstgespräch und schaute mir „Gilmore Girls“, „Truckerbabes“ und den Film „3 Meter über dem Himmel“ an.

Mein Lieblings-Zitat war folgendes:

“Ganz plötzlich taucht da jemand auf, sagt: Ganz ruhig, entspann dich und wenn du vom Gas gehst, dann fallen dir auf einmal ganz andere Dinge auf. Du merkst plötzlich das zwischen den Tequila-Flaschen ein Pokal von einem Tanzwettbewerb steht, das dein Lieblingslied im Radio läuft. Das heute der (…) ist.
Es sind die kleinen Dinge… “ 

Als der große Tag dann gekommen war, war auch ich ein bisschen aufgeregt. Eine Rede für ein Paar, dass mir einfach irgendwie ans Herz gewachsen war – ohne, dass ich sie oft dafür sehen musste. Ausser dem Bräutigam, waren vor Ort alle aufgeregt. Sie huschten herum, bauten noch Kleinigkeiten auf oder schauten sich in der wundervollen Location um. Die große Frage war „Wann kommt die Braut?“. Ich fragte den Bräutigam nochmal, ob er aufgeregt sei. Seine Antwort lautete: „Wenn man in eine solche Familie einheiratet, dann ist das ganze hier eher wie ein Grillfest, es ist locker“. Dieser Satz bedeutet so viel. Er zeigt, wie toll diese Familien miteinander funktionieren, sie haben sich gegenseitig ins Herz geschlossen.

Die Location war eine wunderschöne alte Brennerei, eine Art Hof mit Garten. Hier gab es einen großen Teich mit Fischen und Schwänen. Auf den See hinaus ragte ein schöner Steg. Auf ihm befanden sich ein Pavillon sowie Bänke für die Gäste. Es war atemberaubend. Und schon kam die Braut, ich bekam direkt Gänsehaut. Mein Herz klopfte. Ich war also doch aufgeregter, als ich zugeben wollte. Tja, da haben mich wohl meine Gefühle gepackt. Es war einfach so unendlich schön zu sehen, wie die Braut auf ihren Partner zuschritt.

Es war einfach magisch. Die Zwei standen vor mir. Ich bat die beiden, sich zu setzen, denn nun sollte die freie Trauung beginnen. Ich setzte an und merkte relativ schnell, ich war immer noch aufgeregt. Meine Stimme zitterte und ich hatte mich ein wenig verhaspelt. Na gut, das passiert. Einatmen und ausatmen, weiter gehts.
Ich hielt die Rede etwas freier als geplant, doch so konnte ich die Emotionen vor Ort besser aufgreifen. Ich las die Zitate vor und habe meinen eigenen Charme in die Rede eingebracht. Nach der Hochzeit kamen einige Gäste auf mich zu und sprachen mir ihr Lob aus. Auch die Mutter der Braut bedankte sich bei mir. Sie sagte, dass es ihr sehr gut gefallen habe.

Ich bin zufrieden. Es war eine der schönsten Hochzeiten, die ich bisher habe sprechen dürfen.

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2 Gedanken zu „Freie Trauung in Lemgo bei Bielefeld“

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